Zitat:
Erzähl ich das den Traumafolgen:" Ihr alle abdanken, ihr seid verjährt." Die sind so was von begriffstutzig die wollen das nicht kapieren. Ich glaube ich sollte die bei der Polizei anzeigen wegen Stalking.
So geht es mir auch meine Liebe. Job weg. Knochen krank. und ich bin 51. Wo soll ich einen Job hernehmen? Aber ich denke, was arvordianae uns sagen wollte war wirklich, dass wir eben für UNS kämpfen müssen und UNS nicht aufgeben dürfen. Und erst in zweiter Linie - wenn wir gefestigter sind - anderen eine Hilfe sein.
Berichtige mich, wenn ich etwas Falsches sage, arbordianae.
Amy, Du musst zunächst auf Dich schauen, das ist wichtig. Denn wer am Boden liegt ist niemandem eine Hilfe, am wenigsten sich selbst. Drück Dich mal.
Richard Till - 16.07.2010, 13:37
Titel:
Liebe Amy,
mußt Du Deinen Lebensunterhalt verdienen? Du kämpfst um Dein Überleben. Wir hier wissen darum, das gibt uns allen die Hoffnung, dass die Täter am kürzeren Hebel sitzen. Diese Gesellschaft schuldet Dir einiges, denn es bist ja nicht Du, die versagt hat. Aus dieser Verantwortung lassen wir sie nicht heraus. Nicht wir tragen die Beweislast! Ja Rosemarie, diese Fürsorgepflicht für unser Wohlergehen können wir an niemanden delegieren. Das spüre ich immer mehr, seit ich bei Euch sein darf, jeder von uns zählt so viel jeder andere. Für einen alten ausgebufften Hund wie mich, ist das gar nicht so einfach. Zumal ich den Traum vom einsamen Steppenwolf nicht ganz aufgegeben habe. (Ein Klischee jagt dasselbe!)
arbordianae - 16.07.2010, 14:38
Titel:
@Rosi, danke für Deine Hilfe, genau das was ich aussagen wollte. Ihr sollt Eure eigenen Bedürfnisse nicht auser Acht lassen. Im Gegenteil. Die kommen an erster Stelle. Das ist auch kein Energiesparen, wie ich mich vorhin ausgedrückt habe, sondern einen Weg Kraft zu finden. Ein ganz Großer Unterschied.
@Amy ich finde es super, dass Du um Dein Leben kämpfst und ziehe vor Dir meinen Hut. Denn aus eigener Erfahrung weis ich, dass es schwer ist sein eigenes Leben aufzubauen. Die Leistung, die Du da bringst ist enorm. Ich denke, dass kann mir hier jeder bestädigen. Auch wenn Du momentan die Kraft nicht hast auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen, leistest Du mehr als jeder andere durchschnittliche Mensch und schaust immer noch nach vorn.
Wenn es mal zu Stillstand kommt, ist es nicht schlimm, jeder setzt sich gern mal auf eine Bank und muß sich ausruhen, warum nicht wir auch im übertragenem Sinn? Dieses Stehen ist nicht gleich aufgeben sondern wieder Mut und Kraft schöpfen für den nächsten weiteren Schritt der vor uns liegt.
@Richard, selbst ein einsamer Steppenwolf such ab und an mal Gesellschafft, so ist es in seiner Natur.
Amy - 16.07.2010, 19:04
Titel:
Danke euch. Hab nur so ein schlechtes Gewissen, wenn ich euch nicht helfen kann. Ja, Richard, eigentlich wären der Staat und die Gesellschaft es mir schuldig, mich zu unterstützen, aber leider sehen die das anders. Ich muss mich regelmäßig bei der ARGE melden und mich dafür rechtfertigen, warum ich noch nicht arbeiten gehen kann und warum ich noch keinen Platz in der Reha-Klinik bekommen habe. Meine Ansprechpartnerin bei der ARGE ist zwar ganz nett, aber sie hat keine Ahnung wie das abläuft bei der Krankenkasse usw. Es hat ja Monate gedauert, bis ich endlich wusste, wo ich den Antrag auf Reha stellen soll, weil niemand zuständig sein wollte. Am Ende sagt man mir, ich soll das auf jeden Fall bei der Krankenkasse machen. Letzte Woche hab ich das also dort abgegeben, und ratet mal, was ich gestern für einen Brief bekommen habe? Die Rentenversicherung schreibt mir, dass die Krankenkasse ihr meinen Antrag geschickt hat, weil sie die Kosten nicht übernehmen wollte. Da hat die Rentenvesicherung das Ganze wieder an die Krankenkasse geschickt, weil die KK in so einem Fall sehr wohl dafür zuständig ist. Jetzt muss ich wieder 6 Wochen warten, bis die KK eine Entscheidung fällt. Und erst wenn ich eine Genehmigung habe, kann ich mich bei der Klinik anmelden, die wiederum drei Monate Wartezeit hat. Also, wie soll ich denn da schnell wieder arbeitsfähig werden?
Tut mir leid, das gehörte jetzt nicht zum Thema, aber ich musste das einfach loswerden.
Richard Till - 16.07.2010, 21:41
Titel:
Liebe Amy,
warum sollte das nicht zum Thema gehören? Gerade das gehört hierher, wohin denn sonst? Die soziale Deklassierung die Du erfährst, ist wohl das Schicksal vieler von uns und selbst um dieses, unter dem Existenzminimum Liegende müssen wir noch auf Bettel- und Rechtfertigungstour gehen. Wir sind stolz auf Dich, dass Du kämpfst und nicht aufgibst. Das ist unsere einzige Möglichkeit unsere Würde zu verteidigen. Wir stehen zu Dir, denk bitte daran.
Der VdK macht übrigens kostenlose Rechtsberatung. Desweiteren gibt es unabhängige Patientenfürsprecher, die sich bei Behördenwillkür und Schikanen einschalten. Ich nehme an, dass die die kostenlose Sozialberatung der karitativen Organisationen kennst, die beraten unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer Konfession. Manchmal wirkt es kleine Wunder wenn die Behörden und Krankenkassen wissen, dass eine solche Einrichtung hinter einem steht. Entlastend hab ich das allemal erfahren.
Liebe Grüße Richard
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